Dieses Wochenende in Hamburg wurde ich in einem öffentlichen Bus Zeuge von bemerkenswerter Zivilcourage. In den Medien wird ja in unschöner Regelmäßigkeit von Jugendbanden berichtet, die Menschen brutal zusammenschlagen und gar lebensgefährlich verletzen, nur weil diese sich für andere einsetzen. Diese Vorkommnisse sind schwer zu vergessen, wir alle tragen die Bilder mit uns und sind sensibilisiert. Umso erstaunlicher, dass es trotzdem noch Männer und Frauen gibt, die sich Pöbeleien und Frechheiten nicht einfach gefallen lassen, auch wenn diese nicht gegen sie selbst gerichtet sind. So am Samstag Abend: Drei junge Burschen, offensichtlich unter Alkohol und Drogeneinfluss, stiegen in den hinteren Teil des Busses und unterhielten sich lautstark in groben Worten. Die Bande sprach anzüglich mit den in der Nähe sitzenden Frauen, Ihre gelallten Sätze immer wieder unterbrochen von hysterischen Lachanfällen, die Atmosphäre war gespannt. Nach ein paar Stationen, die Teenager waren offensichtlich gelangweilt weil niemand auf ihre Sprüche reagierte, versuchten Sie mit dem Handy Fotos von den Frauen zu machen. Das war einem Mitfahrenden zuviel: Er verdeckte die Linse und bot der Bande Einhalt. Der "Fotograf" war daraufhin aufgebracht, beschimpfte den Mann und wurde von seinen Freunden mit Müh und Not zurückgehalten. Bei der nächsten Haltestelle zogen die zwei den sich in Rage redenden Richtung Ausgang und alle stiegen Gott sei Dank aus. Die Frau, die beinahe unfreiwillig fotografiert worden wäre, bedankte sich für den Einsatz des Unbekannten - der keinesfalls selbstverständlich war.
Melange ist ein Wort reich an Bedeutung und Interpretationsmöglichkeiten: Vermixt sind die Themen und vieldeutig oft auch die Aussage dazu. Denn wach bedeutet für mich auch, dass man an allzu Klarem zweifelt und andere Positionen mit einbezieht in eigene Überlegungen. Zu guter Letzt: ein großer kulinarischer Genuß - zumindest wenn er mit Liebe gemacht wird.
Sonntag, 16. Januar 2011
Montag, 10. Januar 2011
Selbstbildnis a la Kirchner (1880-1938)
Trotz all der biografischen Stationen und Daten, die man über einen großen Maler erfährt, scheint mir noch immer das Selbstbildnis am besten geeignet zu sein, um Aussagekräftiges über den Schöpfer zu erfahren. So auch bei der Kirchner-Ausstellung in Hamburg. Sein Lebenslauf zeugt von Skandalösem und durchaus Unmoralischem, wie seine wilde Jugend in den Bars und Etablissements von Berlin, die Werke mit kindlichen Aktmodellen in erotischen Posen, seine Medikamentensucht. Auch das Selbstbildnis zeigt einen zerrissene Persönlichkeit im Zwielicht. Kirchner arbeitet mit Bildern in Bildern und verwendet Spiegel um die Stimmung zu verstärken. Die Rahmen scheinen zu kippen. Sein starrer Blick, der durch den Ausstellungsbesucher zu sieht, verrät dabei die konzentrierte Mimik des Künstlers, der sich gerade selbst im Spiegel betrachtet beim Malen. Nächtelang arbeitete Kirchner an seinen Bildern, hat diese noch Jahre später ausgebessert oder übermalt um sie plakativer zu gestalten. Diese Bessenheit, eine Entschlossenheit im Blick meint man zu erkennen. Genauso wie die Arroganz mit gleichzeitiger Unsicherheit, die sich auch in seinem Leben so klar zeigt: Kirchner litt an seiner Selbsteinschätzung von manisch bis depressiv. Um zum Beispiel zu leugnen, dass er in manchen Werken beeinflusst wurde von Zeitgenossen wie Munch oder Matisse, hat er viele seiner Arbeiten vordatiert. Unter dem Pseudonym Louis de Marsalle schrieb er begeisterte Kritiken über sein eigenes Schaffen und veröffentlichte diese. Seiner Meinung nach valide Möglichkeiten, um sich einen Platz in der Kunstgeschichte zu sichern. Diesen Platz hat er auch ohne diesen "Kunstgriff" bekommen, dank seinem beeindruckenden Lebenswerk.
Samstag, 8. Januar 2011
Schitour zur Teichhütte
Beim Aufstieg |
Wahre Glücksgefühle im kalten, wolkenverhangenen, feuchten Jänner erlebe ich draußen nicht oft. Der Drei-Königstag galt als eine Ausnahme. Meine Eltern und ich unternahmen eine leichte Schitour rauf zur Teichhütte von Türnitz. Der einstündige Aufstieg bei Sonnenschein, die nette kleine Hütte und die Abfahrt mit herrlichem Bergpanorama: das alles war von Anfang bis zum Ende Erlebnis. Kein Wunder, dass zahlreiche Schitourengeher diese Route wählen. Es ist bemerkenswert, wie sehr Bewegung in der Natur, gemeinsam erlebt mit Familie oder Freunden, positiv auf mein Gemüt wirkt. Und das so zuverlässig bei jedem Ausflug!
Dienstag, 4. Januar 2011
Damals im Zirkus
Ein Zirkusbesuch am 24. Dezember mit den Kleinen weckte Kindheitserinnerungen. Denn Nichte, Neffe und Cousin mussten beschäftigt werden, damit das Christkind Zeit für die Vorbereitung hat. Ein kleiner Wanderzirkus namens Pimpenelli sorgte für Unterhaltung in der Wartezeit, ganz wie vor 25 Jahren. Die junge, geheimnisvolle Artistin aus Marseille - Mademoiselle Chantal - beeindruckte hoch oben am Zirkuszelt mit Akrobatik am Trapezseil. Auch die Kunststücke, die Sie Ihrem kleinen Hund beigebracht hat, waren eindrucksvoll. Darüber hinaus war alles mit dabei: Clowns, Feuerschlucker, Messerwerfer und viel aufgewirbelter Staub in der Manege. Schließlich ist der Pimpenelli schon in der 3. Generation in der Familie. In den 1920er Jahren waren Zirkusse überaus beliebt, viele Gründungen datieren aus dieser Zeit. Nach dem 2. Weltkrieg, wo viele Zerstreuung von den täglichen Sorgen suchten, erlebten diese eine zweite Blüte. Heute ist es für die rund 330 verbleibenden Zirkusfamilien im deutschsprachigen Raum bestimmt nicht einfach, die hohen Kosten von Transport, Artisten und Tieren zu decken. Wie lange das noch gut geht, wenn über Youtube Talente von nebenan einem immer größeren Publikum derart Innovatives zeigen, ist fraglich. Auch kann ich mir kaum vorstellen, dass Pimpenellis Lamas, Kamele, indische Kühe und Yaks artgerecht gehalten werden können. Trotzdem: Schade ist es doch, wenn die Tradition des Wanderzirkus endet.
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Mademoiselle Chantal |
Montag, 3. Januar 2011
Meine Top6 Android Apps
TripIt
Einfach die Buchungsbestätigung des Hotels, der Airline oder des Autovermieters an plans@tripit.com weiterleiten oder per Robot die Inbox automatisch durchsuchen lassen: Das App erstellt einen Kalendereintrag (Gcalender), erinnert an das Einchecken und informiert über eventuelle Verspätungen mit Hilfe des kostenpflichtigen Add-ons "FlightStats". Ein must have für Frequent Travellers!
TuneIn Radio
einfach zu bedienendes, schnelles und grafisch ansprechendes Internet-Radio. Was will man mehr?
Where´s my Droid?
Wieder das Android-phone auf lautlos geschalten und unauffindbar verlegt? Nun gestaltet sich das Suchen ohne die Möglichkeit sich selbst anzurufen um akkustische Hilfe zu erhalten schwierig. Die Lösung: Einfach ein Handy leihen und eine SMS an sich selbst senden mit einem vorher in den Einstellungen des Apps definierten Wort als Auslöser. Das Handy klingelt, der Besitzer freut sich.
Öffi Haltestelle
in Echtzeit Öffi-Daten erhalten auf Basis des eigenen Standortes. Funktioniert super in Deutschland, Ö, CH und noch ein paar Ländern in der EU. Das Widget ist Laser: Abfahrtszeiten der favorisierten Haltestellen werden angezeigt.
myTaxi
Einfach auf den Button klicken und automatisch wird ein Taxifahrer in der Nähe informiert über deine Mitfahrwunsch! Derzeit sind vor allem in Hamburg Taxifahrer zu finden, die mit diesem App arbeiten.
Angry Birds
Ja, ich liebe kleine technische Tools um das Alltagsleben zu erleichtern. Besonders meine Flug- und Transportmittelinfos schön ordentlich zu halten ist mir ein Anliegen. Aber: Girls wanna have fun too! Daher lege ich jedem das Game Angry Birds ans Herz, um die Zeit, die er nicht mehr mit Reiseunterlagen sortieren verbringen muss, totzuschlagen. Vorsicht: Suchtgefahr!
Anbaden heißt das also...
...wenn ein Haufen Norddeutscher sich am 1. Jänner tollkühn in die rauhe See wirft und somit die Schwimmsaison einläutet. Ja, genau: am Neujahrstag und ja: die Nordsee! Nicht etwa im Frühjahr oder Hochsommer. Denn bis zu den wonnigen Sommermonaten muss sich nur der durchschnittliche Zentraleuropäer gedulden, um nicht gleich vor Kälte zu erstarren. Dem Büsumer erscheint null Grad Lufttemparatur und wohlige 2 Grad Wassertemparatur als optimale Bedingung um in die Badehose zu schlüpfen, über den schneebedeckten Strand zu huschen und den Sprung zu wagen. Aufgrund des strengen Winters plantschten die Helden dieses Jahr in mit Meerwasser gefüllten Mini-Pools, da die Verletzungsgefahr in der Nordsee mit den zahlreichen Eisschollen (!) zu hoch gewesen wäre. Als Beleg für diese körperliche Höchstleistung hier eine Fotostrecke, die für sich selbst spricht.
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